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Warum fotografieren das Schöne noch schöner macht

Ich möchte hier einen Beitrag von Corinna Hartmann in spektrum.de vom 5. August 2016 wiedergeben, den ich sehr interessant und vielsagend finde. 

„Sommerzeit ist Urlaubszeit. Nach vielen Wochen Arbeit möchte man jetzt vor allem eines: sich amüsieren. Doch kaum liegen wir am weißen Bilderbuchstrand, durchzuckt uns der Gedanke: schnell ein Foto machen! Aber dann nagt schon das schlechte Gewissen an uns. Sollten wir lieber im Hier und Jetzt bleiben? Machen wir uns selbst gerade den perfekten Augenblick kaputt?

Ein US.Team hat ein Experiment mit 2000 Teilnehmern gemacht und kam zu einem überraschenden Ergebnis. Durch Fotos werden schöne Erlebnisse sogar noch schöner! Die Probanden begaben sich unter anderem auf eine Stadtrundfahrt, besuchten ein Museum und aßen in einer Markthalle zu Mittag. Die eine Hälfte der Teilnehmer wurde aufgefordert, dabei Fotos zu schießen, die andere nicht.

Anhand der Daten wurde nicht nur deutlich, dass diejenigen, die knipsten, mehr Spaß hatten, sondern dass sie auch stärker in die Aktivität versunken waren. Die Forscher glauben, es ist genau diese intensive Hinwendung zu einer Situation, die unsere Laune beflügelt und die Momente noch schöner empfinden lassen.

Doch tauchten die Leute wirklich tiefer in ihre Aktivität ein? Oder empfanden sie das nur so? Um das zu klären, studierten Diehl und Kollegen auch das Verhalten ihrer Probanden. Während eines Experiments in einem archäologischen Museum trugen die Teilnehmer spezielle, die die Blickrichtung erfaßten und wie lange sie bestimmte Objekte mit ihrem Blick fixierten. Jene Besucher, die von den Wissenschaftlern mit einem Foto­apparat ausgerüstet worden waren, betrachteten die Exponate länger und vergleichsweise häufiger als andere Objekte im Raum. Auch hier gefiel der Fotogruppe der Tag im Museum besser als denen, die die Statuen und Skulpturen nicht ablichten durften. Professor Stefan Schmidt vom Universitätsklinikum Freiburg erklärt das so: „Konzentrieren wir uns sehr stark auf eine Be­ob­achtung, wenn wir etwa vorhaben, den perfekten Moment für ein Foto abzupassen, treten wir automatisch in intensiveren Kontakt mit dem gegenwärtigen Erleben.“ Dieser Effekt tritt auch ein, wenn wir uns nur vorstellen, etwas zu fotografieren oder zu filmen.

Meine Schlussfolgerung: Allein wenn Du Dir vorstellst, wie Du deine Wohnung oder Deinen Arbeitsplatz fotografieren würdest, wird er schöner. Toll, wenn das auch mit Chefs, Nachbarn oder mit Kollegen funktioniert…

Ich habe den Beitrag von Corinna Hartmann leicht gekürzt, aber im Wesentlichen als Zitat wieder gegeben. Viel Spaß mit der Kamera oder dem Mobil, Herbert Prange