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Unsinn zum Thema „Ernährung“

Bei ungesunder Ernährung kann der Körper übersäuern.
Das stimmt, denn ein stets übersauerter Körper kann langfristig wirklich sauer werden auf denjenigen, der ihn versorgt. Letztlich ist eine Übersäuerung – also ein Absinken des pH-Wertes im Blut –  immer der Hinweis auf eine bereits bestehende ernste Erkrankung. Kurzfristig betrachtet puffert der Körper über ein kompliziertes Regulationssystem eine Übersäuerung weg. Aber längerfristig führt eine ständige Übersäuerung zu systemischen Erkrankungen. Deshalb wäre ein stetig regulierter Säure-Basenhaushalt im ganzen Körper ganz gut. (Mehr dazu unten )

Fett macht krank
Jein. Zu viel Fett ist ungesund – allerdings kommt es auch auf die Qualität an. In vielen Mittelmeerländern wird mehr Fett gegessen als bei uns und die Menschen sind dennoch gesünder. Der Grund: Sie nehmen viele pflanzliche Fette sowie Omega-3-Fettsäuren aus Fisch zu sich und dafür wenig gesättigte Fette aus Fleisch.


Eier sind ungesund
Völlig falsch! Eier enthalten wertvolles Eiweiß und wichtige fettlösliche Vitamine. Zwar liefern sie relativ viel Cholesterin. Neuen Studien zufolge erhöht dies aber nicht das gefährliche LDL-Cholesterin im Körper. Das im Eidotter enthaltene Lecithin hat nämlich einen Cholesterin senkenden Effekt.


Dunkles Brot ist besser als helles
Stimmt nicht immer! Tatsächlich sind viele Brotsorten im Handel oder beim Bäcker mit Malz eingefärbt. Wirklich gesünder ist nur Vollkornbrot. Dieses darf die Bezeichnung nur tragen, wenn es zu mindestens 90 Prozent aus Vollkornmehl besteht.

Brauner Zucker ist gesünder als weißer
Das ist leider Quatsch! In der Zusammensetzung unterscheiden sich brauner und weißer Zucker kaum. Die braune Farbe rührt von Resten des Rübensirups, die bei weißem Zucker heraus gewaschen werden. Sowohl in weißem wie in braunem Zucker lassen sich Vitamine und Mineralstoffe nachweisen – allerdings nur in Spuren. Daher gilt: Wer den Geschmack von braunem Zucker lieber mag und dafür bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen, kann das tun. Einen gesundheitlichen Vorteil hat die braune Variante nicht.

Kalzium fördert die Verkalkung der Gefäße
Falsch! Die Arteriosklerose wird umgangssprachlich auch „Verkalkung“ der Blutgefäße genannt, da die Ablagerungen an ein verkalktes Rohr erinnern sollen. Arteriosklerose wird durch verschiedene Faktoren gefördert. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen. Mit Kalzium hat die Krankheit dagegen gar nichts zu tun.

 

Hintergrundinformation zum Thema Säure-Basen-Haushalt

Woher die Säuren im Körper kommen
Eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Eier bilden beim Abbau im Körper Säuren. Auch Zucker und Kaffee werden zu den Säurebildnern gezählt, während die meisten Obst- und Gemüsesorten als basisch gelten. Viele Naturheilkundler gehen davon aus, dass zu viele Säure bildende Lebensmittel der Gesundheit schaden. Bei vielen Menschen sei der Säure-Base-Haushalt gestört und dies sei die Ursache vieler Krankheiten, so die Theorie. Aber ganz so einfach ist es mit den Säuren im Körper nicht. Der Stoffwechsel produziert auch ohne Essen ständig Säuren und verfügt über ausgeklügelte Puffersysteme, die den pH-Wert im Körper konstant halten.

Gesunde Menschen stecken Säuren gut weg
Die meisten Vorgänge im Körper funktionieren am besten, wenn die Körperflüssigkeit neutral oder leicht basisch ist. So wird der pH-Wert im Blut bei etwa 7,4 leicht basisch gehalten, Speichel und Gallensaft sind mit einem pH-Wert von 7,1 nahezu neutral. Dagegen herrscht im Magen mit einem pH-Wert von 1,2 bis 3,0 extrem saures Milieu. Nur so kann die Eiweißverdauung funktionieren. Komplizierte Puffersysteme regulieren den Säure-Base-Haushalt und sorgen so für einen reibungslosen Stoffwechsel. Bei gesunden Menschen funktioniert dies einwandfrei – egal, was man zuvor gegessen hat. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Niere. Sie scheidet überschüssige Säure-Ionen aus, was sich an einem „sauren“ Urin messen lässt. Dies ist aber kein Anzeichen für eine Übersäuerung, sondern eher dafür, dass die Regulation gut funktioniert.

Wenn der Säure-Haushalt entgleist

Es gibt allerdings Situationen, in denen der Säure-Base-Haushalt tatsächlich aus dem Gleichgewicht gerät und es zu einer lebensbedrohlichen Azidose – also zu einer Übersäuerung des Blutes – kommt. Dies tritt vor allem bei Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes oder Nierenschwäche, auf. Die Puffersysteme des Körpers sind dann überfordert, sodass der pH-Wert im Blut absinkt. Eine solche Übersäuerung äüßert sich durch besonders tiefe und schnelle Atmung sowie einen fruchtartigen Acetongeruch der Atemluft. In diesen Fällen muss die ursächliche Krankheit behandelt werden. Eine gesunde Ernährung allein reicht meist nicht aus, kann aber den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Dennoch: Es wäre von Vorteil, den Säure-Basenhaushalt möglichst immer im Gleichgewicht zu halten. Nun fragt man sich, was zu tun sein. Die Antwort ist nicht so einfach, sondern hängt vom persönlichen Lebens- und Ernährungsstil ab. Folglich gibt es keine allgemeingültige Antwort, sondern immer eine individuelle. Wenn Du Interesse hast, empfehle ich Dir gerne kompetente Menschen, die sich auf diesem Gebiet besser auskennen als ich.