“könnte, müßte, sollte” – so nicht, Chef!

Ausbildung zur Praxismanagerin 2017 auf Mallorca

Ausbildung zur Praxismanagerin 2017 auf Mallorca

In meiner Arbeit als Coach begegne ich immer wieder Chefs, die sich vage und unklar ausdrücken. Sie reden häufig in der Möglichkeitssprache. “Wir müßten mal für alle Mitarbeiter die Aufgaben beschreiben.” Oder: “Wir sollten mal unser Bestellsystem überdenken.”

Sie signalisieren unbewußt, dass sie keine Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen wollen. Das empfangen natürlich auch die Mitarbeiter. Die Folge: Chefs, die so reden, verlieren Respekt und treffen ihre eigenen Entscheidungen.

Die Chefs wundern sich, daß ihre Mitarbeiter ihren Anweisungen nicht folgen. Sie denken, sie hätten sich deutlich mitgeteilt. Aber die Mitarbeiter haben keine Ahnung, was der Chef von ihnen will. Sie sind ratlos, bremsen ihr Engagement und kümmern sich um die Angelegenheiten, von denen sie glauben, dass es gut wäre, sich darum zu kümmern.

Das wiederum frustiert jeden Chef, er (mänlich, weiblich divers) denkt, seine Mitarbeiter seien entweder renitent oder dumm. Sie würden sich nicht für ihre Arbeit einsetzen und den Tag über die Runden bringen wollen.

Die Lösung ist einfach und bewirkt Verwunderliches.

Chefs müssen lediglich konkrete Angaben machen, die eine eindeutige Orientierung geben. Aber Chefs müssen nicht kleine Einzelaufgaben beschreiben, sondern das Firmenkonzept, die Philosophie und die Leistungen vorgeben. Wenn Ende oder Prophylaxe forciert werden sollen, muß man es sagen – mit klaren realisitischen Umsatzzielen, Zeitangeben und Verantwortlichkeiten. Die  operative  Leitung zur Realisierung der Ziele und des Konzeptes übernimmt sein Stellvertreter – in Zahnarztpraxen, die ich coache, sind das die Praximanager.

Die Praxismanager, die ich auch gerne als “Leitung der Administration” bezeichne, sind im Alltag der Leuchtturm. Sie bestimmen den Kurs, koordinieren die gesamte Organisation. Ein Chef redet z.B. so: “Jeder Mitarbeiter erhält bis zum 15. Juni eine Stellenbeschreibung. Susanne ist dafür verantwortlich. Sie geht am 3. Juli mit jedem Mitarbeiter seine Aufgaben durch. Dies ist in Zukunft die Grundlage für unsere Personalentwicklungsgespräche, die wir jedes Jahr Ende November führen.” Irgendwann reden alle Mitarbeiter ähnlich aufgabenorientierter, klarer und direkter. Die vage und zaghfte Kommunikation hat ein Ende.

Wer führt, benutzt die klare Sprache, die den Mitarbeitern Orientierung und Sicherheit gibt. In unserer “Ausbildung zum Praxismanager” und “Ausbildung zum Qualitätsmanager” ist dies ein wichtiges Thema. Rhetoriktraining und Kommunikation. Nur durch dieses Intensiv-Training schaffen wir Entwicklung und ersteunliche Veränderungen.