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Himalya-Salz – ein toller Marketing-Gag

Salz muss ins Essen – keine Frage. Denn Kräuter oder andere Gewürze können es geschmacklich nur bedingt ersetzen. Aber Salz ist nicht gleich Salz. Es gibt Unterschiede und unzählige Varianten. Neben bekannten Formen wie Koch-, Meer- oder Steinsalz gibt es auf dem Markt inzwischen auch Edel-Produkte wie Schwarzes Salz oder Himalaya-Salz. Diesen Edelsalzen wird oft eine besonders gesunde Wirkung zugesprochen.

Viele Versprechungen
So soll vor allem das Himalaya-Salz ein wahrer Gesundmacher sein: Es soll giftige Stoffe im Körper lösen und ausschwemmen, den Blutdruck senken, Gicht und rheumatische Beschwerden lindern und Krebserkrankungen positiv beeinflussen. Sogar Süchtigen soll es gegen ihre Sucht helfen. Weil Himalaya-Salz angeblich 84 chemische Elemente enthält, die in ähnlichen Verhältnissen auch im menschlichen Blut vorkommen, soll es zudem besser als normales Salz zur Mineralstoffversorgung beitragen. Und eher esoterische Ansprüche gibt es auch: Besondere Schwingungsmuster in diesem Salz sollen eigene Energiedefizite ausgleichen – ein wahrer Jungbrunnen also. Aber stimmt das auch?

Was ist Himalaya-Salz?
Himalaya-Salz ist ein Steinsalz, es wurde im Laufe der Erdgeschichte abgelagert und verfestigte sich zu Sedimentgestein. Trotz seines Namens stammt es allerdings nicht aus dem Himalaya-Gebirge, sondern wird größtenteils im Salzbergwerk Khewra in Pakistan abgebaut, in der zweitgrößten Salzmine der Welt, abgebaut. Die riesigen, industriell arbeitenden Minen sind etwa 200 Kilometer vom Himalaya-Massiv entfernt. Ein kleinerer Teil Himalaya-Salzes stammt aus Salzbergwerken in Polen.
Ein hoher Eisenanteil färbt das Salz rosa. Dabei handelt es sich um natürlichen Rost. Auch unter den Bezeichnungen Hunza-Kristallsalz, Zaubersalz, Kaisersalz oder Alexandersalz ist es im Handel. Preislich ist es Spitzenreiter, denn 10 bis 25 Euro je Kilogramm kostet das Geriesel, im Vergleich zu 40 Cent pro Kilo für gewöhnliches Kochsalz.

Von 84 Elementen keine Spur
Kein Salz ist hundertprozentig rein und besteht komplett aus Natriumchlorid reinem Kochsalz. In normalen Steinsalzen und Meersalzen sind immer auch andere Spurenelemente enthalten –  so auch beim Himalaya-Salz. Chemische Untersuchungen haben ergeben, dass Himalaya-Salz wie andere Steinsalze auch zu rund 97 Prozent aus Natriumchlorid besteht.
Und auch von den angeblich so vielen verschiedenen Elementen findet sich bei näherem Hinschauen keine Spur. Analysen zeigen, dass auch Himalaya-Salz aus nur 10 bis 15 Elementen besteht, darunter Calcium, Magnesium und Eisen. Ihr Anteil ist aber so gering, dass es bei normalem Verzehr keinen Unterschied macht, ob man Himalaya-Salz oder anderes Salz zum Würzen nutzt. Der Mineralstoffbedarf lässt sich über Salz ohnehin nicht decken. Das Himalaya-Salz als reich an Mineralstoffen zu bezeichnen, ist schlicht Irreführung des Verbrauchers. Öko-Test und Stiftung Warentest sprechen dem Himalaya-Salz jede besondere Wirkung ab und sehen darin eine üble Geschäftemacherei.

Sparsam salzen
Salz als Mineralstofflieferant zu betrachten, ist ohnehin nicht ratsam. Denn zuviel Salz ist ungesund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als maximal sechs Gramm Kochsalz pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa der Menge von einem gestrichenen Teelöffel. Doch in diese Menge mit einrechnen muss man die versteckten Salze, die man über Lebensmittel zu sich nimmt, wie Brot, Wurst, Schinken oder Käse und vor allem Fertigprodukte.

Ein Beitrag aus Wissen.de